Kingdoms of Amalur: Reckoning - unser Bericht von der gamescom 2011
Dienstag, den 23. August 2011 um 18:43 Uhr
Auf der gamescom 2011 hatten wir Gelegenheit bei einer exklusiven Präsentation von Kingdoms of Amalur: Reckoning dabei zu sein. Ken Rolston, Ian Frazier und der Rest von den 38Studios hatten sichtlich Spaß ihr Spiel zu präsentieren und frotzelten sich auch mal gerne gegenseitig an.

Als Einstimmung wurde der brandneue gamescom-Trailer gezeigt und anschlie√üend kl√§rte Ian das Publikum dar√ľber auf, was Reckoning √ľberhaupt ist. Reckoning ist ein Singleplayer-Rollenspiel in einer v√∂llig offenen Welt mit einem actionorientierten Kampfsystem. Es enth√§lt hunderte von Stunden Spielzeit und spielt in der Welt von Amalur. Der bekannte Fantasy-Autor R.A. Salvatore hat 10.000 Jahre an Geschichte geschrieben und Reckoning spielt in einem kleinen Teil davon, im Zeitalter von Arcana, in dem die Magie gerade erst wieder in die Welt zur√ľckgekehrt ist, nachdem sie lange Zeit verschwunden war.

In den Feienlanden leben Menschen und Elfen friedlich miteinander, doch der neue Hochk√∂nig der Winterfeien - Gadflow - verk√ľndet die Geburt eines neuen Gottes, der alle sterblichen Wesen vernichten will. Gadflow stellt eine riesige Armee auf - die Tuatha -  und zum ersten Mal nach sehr langer Zeit marschieren die unsterblichen Feien wieder in den Krieg. Elfen und Menschen halten 10 Jahre gegen die Armee der Tuatha stand, aber es wird klar, dass sie diesen Krieg nicht werden gewinnen k√∂nnen.

In den Wirren dieses Krieges stirbt nun unser Hauptcharakter, wird aber mittels einer neuartigen Apparatur - dem Well of Souls - wiederbelebt (Spoiler: der daraufhin zerst√∂rt wird. Sp√§tere Tode erfordern also ein Neuladen des Spiels.) Als Wiederbelebter ist man von nun an nicht mehr an sein Schicksal gebunden und kann sich so sein eigenes formen. So beginnt nun das Spiel mit der Charaktererstellung, in der man zwischen vier Rassen -  zwei menschlichen und zwei elfischen - M√§nnlein oder Weiblein - w√§hlen kann. Das Aussehen ist √ľber verschiedene Regler individuell anpassbar. Danach landet man in der Welt von Amalur, in der eine riesige Landschaft zum Erkunden auf den Spieler wartet: verschiedene Regionen - jede soll mehrere Stunden Spielzeit beinhalten - unterschiedliche Orte und √ľber 120 handgefertigte Dungeons. Der Spieler soll so einiges zu tun bekommen. Abseits des Hauptquests gibt es hunderte Nebenquests, 6 Fraktionen mit eigenen Questreihen und ein Handwerks-System l√§dt zum Experimentieren ein.

Bei einem Stufenaufstieg kann der Spieler Punkte in den Bereichen Finesse (Schurkenf√§higkeiten), Might (Kriegerf√§higkeiten) und Sorcery (Magief√§higkeiten) vergeben. Je nachdem, worin er die Punkte investiert (in einem Bereich, in zwei oder allen drei) werden sogenannte Destinies freigeschaltet, die am ehesten einer Klasse √§hneln. Er kann sich nun f√ľr eine Destiny entscheiden. Es ist aber jederzeit m√∂glich, sp√§ter auch eine andere auszuw√§hlen, wenn man seinen Charakter doch in eine etwas andere Richtung spielen m√∂chte. Der Vorteil liegt also darin, dass man sich nicht zu Beginn des Spiels auf eine Klasse festlegen muss, sondern sie jederzeit - auch noch nach Stunden des Spielens - √§ndern kann.

Im zweiten Teil der Pr√§sentation wurde dann das Gameplay gezeigt. Unser Held befand sich in Rathir, der Hauptstadt der Dunkelelfen. Die Umgebung ist sehr bunt gestaltet, was von den Entwicklern bewusst so gew√§hlt wurde, da man einfach eine richtig h√ľbsche Welt erschaffen wollte, in der man sich auch wohlf√ľhlen soll. Die Bewohner in der Stadt gehen alle ihrem Tagesgesch√§ft nach. F√ľr kriminell verlanlagte Spieler beinhaltet Reckoning ein Crime-System, so versuchte unser Held erstmal eine Einwohnerin von ihren Ersparnissen zu erleichtern. Je nachdem wie viel Punkte man investiert hat, gelingt das mit mehr oder weniger Wahrscheinlichkeit. Das erste mal ging es noch gut, beim n√§chsten B√ľrger werden wir aber erwischt und die Wachen kommen angelaufen. Hier hat man die M√∂glichkeit sich zu widersetzen, ins Gef√§ngnis zu gehen oder eine Strafe zu zahlen (die man mit einem Bestechungsversuch noch dr√ľcken k√∂nnte).

Anschlie√üend besuchten wir einen der vielen H√§ndler - hier f√ľr Waffen und R√ľstungen. Dort kann man seine √ľbersch√ľssige Beute loswerden und neue Objekte der Begierde erwerben. In Reckoning wird der Verkauf von unbrauchbaren Items deutlich vereinfacht. Man kann Beute beim Looten gleich als Plunder kennzeichnen und diesen ganzen Kram beim H√§ndler dann mit einem Klick auf einmal verkaufen.

In dem Gesch√§ft gibt es auch eine Schmiedebank. Hier k√∂nnen wir Waffen, R√ľstungen etc. in Komponenten zerlegen, was besonders bei Items mit magischen Effekten - z.B. Eisschaden - n√ľtzlich ist, da diese Essenz dann f√ľr einen anderen Ausr√ľstungsgegenstand benutzt werden kann, um ihm einen entsprechenden Bonus zu verleihen.

Zur√ľck in der Stadt wird einer von vielen Quests gezeigt. Wir sprechen einen Mann an und erfahren, dass dessen Tochter Anela verschwunden ist. Sie wollte eine Gruppe Fl√ľchtlinge begleiten. Wir nehmen den Auftrag an, aber nicht bevor wir noch versuchen ihn davon zu √ľberzeugen uns die Belohnung bereits im Voraus zu bezahlen. Da unsere √úberreden-F√§higkeit nicht hoch genug ist, scheitert der Versuch. Der Mann schickt uns zu den Ruinen einer Stadt. Der Ort wird auf unserer Karte eingezeichnet und wir machen uns auf den Weg. Reckoning wird keine Reittiere enthalten, daf√ľr ein Schnellreisesystem, mit dem man an Orte reisen kann, die man bereits besucht hat. Die Ruinen haben wir aber noch nicht aufgesucht, weswegen wir zu Fu√ü die Reise antreten. Ladezeiten gibt es nur zwischen den gro√üen Gebieten und zwischen Au√üengebieten und St√§dten bzw. H√§usern.

In den Ruinen angekommen findet man nur Leichen vor und ger√§t sofort in einen Hinterhalt von Tuatha-Kriegern, die wohl auch f√ľr das Massaker in der Stadt verantwortlich sind. Auf das Kampfsystem sind die Entwickler besonders stolz und betonen auch immer, dass es sich deutlich von anderen Rollenspielen unterscheiden soll. Es soll fl√ľssig ablaufen, intensiv sein und vor allem Spa√ü machen. Man muss sich deshalb auch keine komplizierten Button-Kombinationen merken, kann jederzeit zwischen verschiedenen Angriffsarten wechseln. Hier haben sich die Entwickler einiges bei typischen Hack-and-Slay-Actionspielen abgeschaut, auch wenn Ken Rolston das Genre an sich furchtbar findet. Wer flinke Finger hat soll daraus also durchaus einen Vorteil ziehen und es mit h√∂herstufigen Gegnern aufnehmen k√∂nnen. Weniger ge√ľbte Actionspieler k√∂nnen aber wie gewohnt aufleveln, bis sie ihren Widersachern √ľberlegen sind.

In einem der H√§user finden wir einen √úberlebenden, der berichtet, dass Anela den M√∂rdern in die Katakomben von Virki nachstellen wollte. Dort angekommen treffen wir auch tats√§chlich auf die junge Frau, die aber offensichtlich keine Hilfe ben√∂tigt. Trotzdem unterst√ľtzen wir sie im Kampf gegen Tuatha-Krieger. In einem anschlie√üenden Gespr√§ch erz√§hlt sie uns, dass die Tuatha einen geheimen Gang durch die H√∂hlen in das Gebiet gefunden haben und drei Tore geschlossen werden m√ľssen, um ihnen den Weg wieder zu versperren. Auf dem Weg zu den Toren treffen wir auf weitere Gegner, u.a. auf die gro√üen und m√§chtigen Bolgar, die man am besten durch einen Schleichangriff ausschaltet. In der H√∂hle gibt es Sarkophage und Kisten, die man mit Hilfe eines Minispiels knacken kann.

Nat√ľrlich schaffen wir es die Tore eins nach dem anderen zu schlie√üen. Anela schickt uns anschlie√üend zu ihrem Vater zur√ľck, um die Belohnung abzuholen.

Fazit
Gezeigt wurde uns eine Pre-Alpha-Version von Reckoning, was man auch ab und zu noch an Rucklern gerade während der Kämpfe gesehen hat. Aber ansonsten sieht Reckoning schon ziemlich gut aus, auch wenn die bunte Welt vielleicht nicht jedem gefallen wird. Etwas anderes im westlichen RPG-Genre ist es allemal. Und wenn das Kampfsystem tatsächlich so viel Spaß macht, wie es den Anschein hat und auch sonst alle Versprechungen eingehalten werden, dann steht uns im Februar ein echter Hit ins Haus und es gibt endlich mal wieder ein unverbrauchtes und neues Franchise im Genre der RPGs.

Alle Infos im √úberblick
  • Offene Rollenspielwelt
  • Charaktererstellung: vier Rassen (2x Menschen, 2x Elfen), Geschlecht w√§hlbar, Aussehen individualisierbar
  • Riesige Landschaft mit unterschiedlichen Gebieten und St√§dten laden zum Erkunden ein.
  • Mehrere Hundert Stunden Spielzeit
  • 120 handgefertigte Dungeons
  • Hunderte Nebenquests
  • H√∂chstlevel liegt bei 40
  • Reckoning wird offiziell kein Modding unterst√ľtzen, aber die Entwickler w√ľrden sich freuen, wenn die Community trotzdem einen Weg findet Mods zu erstellen.
  • Es gibt 6 Fraktionen, denen man man sich anschlie√üen kann - alle mit einer eigenen Questreihe.
  • Handwerkssystem bestehend aus Schmieden, Alchemie und Sagenkunde
  • Items k√∂nnen zerlegt und f√ľr neue Gegenst√§nde verwendet werden.
  • Eine Klasse w√§hlt man nicht zu Beginn. Bei einem Stufenaufstieg verteilt man Punkte in Finesse, Might oder Sorcery (die den drei Hauptklassen Schurke, Krieger und Magier entsprechen). Je nachdem worin man Punkte verteilt werden Destinies freigeschaltet. Diese √§hneln einer Klasse und k√∂nnen dem Spielercharakter zugeordnet werden und verleihen ihm permanente Boni. Destinies k√∂nnen auch wieder ge√§ndert werden.
  • Die Bewohner der Welt von Amalur haben einen Tagesrhythmus.
  • Es gibt einen Tag-/Nacht-Zyklus. Je nach Tageszeit trifft man auf unterschiedliche Gegner.
  • Es gibt ein Crime-System, z.B. Taschendiebstahl.
  • Truhen/Fallen werden mit einem Minigame geknackt. Dies kann aber auch automatisch versucht werden.
  • Beute kann als Plunder gekennzeichnet werden und alle so gekennzeichneten Items k√∂nnen bei einem H√§ndler mit einem Klick verkauft werden.
  • Es gibt Nichtkampf-F√§higkeiten wie z.B. √úberreden.
  • Es gibt keine Reittiere, aber ein Schnellreisesystem. Orte, die man schonmal besucht hat, k√∂nnen mittels Schnellreise erneut aufgesucht werden. Dabei verstreicht die Zeit so, als w√ľrde man zu Fu√ü dorthin gehen.
  • In den Bereichen Finesse, Might, Sorcery gibt es insgesamt 60 F√§higkeiten.
  • Es gibt 40 Destinies.
  • Man kann das Spiel spielen, wie man m√∂chte. Ken Rolstons beliebteste Methode ist die Quests v√∂llig zu ignorieren und alles zu t√∂ten, was ihm √ľber den Weg l√§uft.
  • Ken Rolston nennt das OpenWorld-System von Reckoning "Guided Open World". Das bedeutet, dass wichtige Punkte (Truhen, Personen etc.) markiert werden. Damit soll der Spielspa√ü erh√∂ht werden. Es wird aber noch √ľberlegt, ob man diese Dinge auch abschaltbar macht.
  • Dialoge, die die Story bzw. die Quests vorantreiben, werden farblich markiert. Andere Eintr√§ge dienen dazu weitere Hintergrundinfos zu bekommen, sind aber f√ľr den Fortlauf der Geschichte nicht wichtig. Wer also keine Lust auf lange Dialoge hat, wird hier seine Freude haben.
  • Man kann im Spiel jederzeit dahin gehen, wo man m√∂chte. Es gibt aber Gebiete, die man nicht zu fr√ľh aufsuchen sollte, da die Gegner noch zu stark sein k√∂nnten.
  • Kr√§uter und Pflanzen k√∂nnen f√ľr Alchemie gepfl√ľckt werden.
  • Es wird Spielerh√§user geben, die z.T. modifizierbar sind. Im Haus hat man auch die M√∂glichkeit das Aussehen des Charakters anzupassen.
  • Das Interface ist an verschiedene Eingabeger√§te angepasst (Maus/Tastatur oder Controller) und schaltet automatisch um, wenn diese gewechselt werden.
  • Es gibt eine Auto-Save-Funktion und ansonsten kann √ľberall gespeichert werden (au√üer in K√§mpfen).

Weitere Infos aus dem Entwickler-Chat:
  • Unter Sorcery gibt es eine F√§higkeit Begleiter zu beschw√∂ren.
  • In einem gro√üen Gebiet kann man sich teilweise bis zu 30 Stunden besch√§ftigen.
  • Um mehr √ľber die Geschichte zu erfahren wird es hunderte von B√ľchern und Schriftrollen geben und auch sog. Lorestones. Orte, die in der Welt verteilt sind und einen Teil einer Geschichte erz√§hlen. Mehrere Lorestones bilden ein Set und wenn man alle Teile gefunden hat, gibt es permanente Boni.
  • Die Fraktionsquests haben unterschiedliche Enden.
  • Neben des Destinies, gibt es auch noch Twisted Fate. Diese erlangt man durch das Erreichen bestimmter Ziele (T√∂ten eines bestimmten Gegners, bestimmtes Ende einer Fraktion) und erh√§lt dann ebenfalls weitere Boni.
  • Es gibt die Schadensarten Feuer, Eis, Elektrizit√§t, Gift, Bluten, Durchbohren. Diese Arten k√∂nnen auch kombiniert werden.
  • Alle Inhalte des Spiels k√∂nnen in einem Durchgang erreicht werden.

 

Kommentare 

 
#4 2013-12-15 10:00
Wann kommt ein weiterer Teil von Reckoning ??? ich finde dieses Spiel total toll und w√ľrde gern Teil 2 haben .
Zitieren
 
 
#3 2013-05-31 11:36
Gibt es einen Mehrspielermodu s f√ľr PS3?
Zitieren
 
 
#2 2012-01-29 05:40
Ein englisches LB ist in Planung, ob es auch eine deutsche Version gibt ist eher fraglich. Aber daf√ľr gibt es ja unser Forum, wenn man mal nicht weiter wei√ü und hier auf der Seite wird es sicherlich auch L√∂sungen geben ;-)
Zitieren
 
 
#1 2012-01-29 03:42
Wird es auch ein L√∂sungsbuch f√ľr Kingdom of Amaliur geben?
Zitieren
 

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren

Diese Seite bei Facebook, Twitter und/oder Google+ empfehlen: